Arequipa, la Ciudad Blanca

Monasterio de Santa Catalina

Monasterio Santa Catalina

Das Monasterio wurde 1580 zu einer Zeit erbaut, in der die drei bereits bestehenden Klöster Arequipas dem Andrang nicht mehr gerecht wurden. Die Gründerin, Maria de Guzmán kaufte hierfür das Gelände eines gesamten Stadtviertels auf und ließ es komplett ummauern.
In der damaligen Zeit war es für reiche, spanische Familien eine Selbstverständlichkeit, die zweite Tochter an ein Kloster abzutreten, wo sie dann in Armut und isoliert von der Außenwelt als "Opfer für die Kirche" leben mußten.

Monasterio de Santa Catalina
Das Mauerwerk besticht durch seine reizvollen Pastelltöne.

Und so wurden die "Auserwählten" bereits im zarten Kindesalter in die Obhut des Klosters übergeben. Jede Novizin mußte sozusagen als "Mitgift" eine erhebliche Summe an Goldmünzen dem Kloster überreichen. Aber auch danach mußten die Familien regelmäßig für ihre Töchter aufkommen, auch wenn sie die Tochter bis zu ihrem Tode nie wieder zu Gesicht bekamen.

Monasterio de Santa Catalina
Auf seinem Höhepunkt beherbergte das Santa Catalina- Kloster 150 Nonnen und über 300 Bedienstete. Jede Nonne hatte bis zu vier Dienstmädchen, die die Wäsche wuschen und in der Stadt einkaufen gingen, da es den Nonnen nicht erlaubt war, das Kloster zu verlassen. Und so bekam außer den Klosterangestellten niemand die Nonnen zu Gesicht. Selbst die Besucherzellen waren so angelegt, daß die Nonne zwar den Angehörigen sehen konnte, nicht aber umgekehrt.
Die Novizinnen mußten eine ein- bis vierjährige Ausbildung in einem abgetrennten Bereich des Klosters durchlaufen. Während dieser Zeit durften sie keinen Besuch empfangen und auch keinen anderen Klosterbereich betreten.

Erst im Jahre 1970 öffneten sich zum ersten Mal nach über 300 Jahren die Klostertore für die Außenwelt. Dies veranlaßten die Nonnen selbst, da zu diesem Zeitpunkt nur noch 17 Nonnen im Kloster lebten. Deren finanzielle Mittel reichten nicht mehr, um die Kosten der Instandhaltung zu decken.
Dem staunenden Besucher erwartet eine Stadt in der Stadt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Für Fotografen ist das Kloster ein wahres Paradies, und so trifft man neben Hobbyknipser auch viele Profis, die sich oftmals einen ganzen Tag hier aufhalten, um die Motive im sich ändernden Tageslicht abzulichten.

Kondor


Auf der nächsten Seite kannst Du mich auf einem Rundgang durch das Kloster begleiten.



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