Der Inka- Trail nach Machu Picchu

Ein Gruppe Träger beim Abstieg vom Dead Woman's Pass
Ein Gruppe Träger beim Abstieg vom Dead Woman's Pass

Allgemeines

Der Inka- Trail nach Machu Picchu ist zweifelsohne eines der Highlights in Südamerika und ein absolutes Muß für jeden Peru- Reisenden. Die enorme Popularität und Frequentierung, in der Hauptsaison werden täglich weit über 500 Wanderer an den Trailheads gezählt, bringen aber auch so manche Probleme mit sich:
So nahm die Umweltbelastung durch die Abfallberge und den sanitären Entsorgungsproblemen in den letzten Jahren bedenkliche Ausmaße an. Insbesondere die Campgrounds und deren nähere Umgebung sind teilweise arg verdreckt. Eine seit 1980 einmal im Jahr durchgeführte Reinigungsaktion schafft nur teilweise Abhilfe. Dabei werden jedes Mal im Schnitt über 400 (!) kg nicht brennbarer Müll eingesammelt.
Auch sind die wenigen Campingplätze entlang des Trails nicht für einen solch enormen Andrang ausgelegt. So kann es durchaus mal passieren, daß Nachzügler sich einen Schlafplatz auf dem Trail suchen müssen, weil der entsprechende Campingplatz bereits berstend voll ist.
Seit Juni 2000 versucht nun die Parkverwaltung, durch eine Begrenzung der täglichen Wanderer auf maximal 500 Permits, eine Verschlimmerung der Situation zu verhindern.
Ich beging den Inka- Trail im Mai, also am Ende der Vorsaison. Eine auffallende Übervölkerung des Wanderweges konnte ich dabei nicht feststellen. Die einzelnen Gruppen verteilten sich eigentlich recht gut, so daß man nie das Gefühl hatte, von anderen Touris "niedergetrampelt" zu werden.

Orientierung

Für den Inka- Trail gibt es derzeit drei Trailheads, die alle mit dem Zug von Cusco aus zu erreichen sind. Für welchen man sich entscheidet, ist abhängig von der individuellen Fitness und der zur Verfügung stehenden Zeit. Während die Trailheads bei Km82 und Km88 normalerweise 4-Tagestouren sind, benötigt man beim neu angelegten Trailhead bei Km102 nur eine Übernachtung.

Karte des Inka- Trails

Sehr beliebt bei den Tour Agencies ist seit einiger Zeit der Start bei Km82 nahe der Ortschaft Chilca, da man bis hier auch mit dem Bus fahren und somit die gesamte Ausrüstung problemlos (und diebstahlsicher) transportiert werden kann. Ab Ollantaytambo fährt man dabei auf einer abenteuerlichen Dirt Road, deren zeitweiliger Zustand - milde gesagt - als haarsträubend bezeichnet werden kann. Es war immer wieder beeindruckend zuzusehen, wie der Fahrer es fertigbrachte, auf dem selbst für nur einen Bus viel zu schmalen Weg auch noch den Gegenverkehr zu meistern.
Vom Trailhead bei Km 82 sind es gute 45 Kilometer bis Machu Picchu. Dies ist in den veranschlagten 4 Tagen auch locker zu schaffen. Individualgeher mit wenig Zeit können auch durchaus mit drei Tagen klar kommen, jedoch hat man dann weniger Zeit, für die Erkundung von Machu Picchu und den anderen Ruinen entlang des Trails.

Vorbereitung

Der Inka-Trail ist ein hochalpiner Wanderweg mit Paßhöhen von 3.500 bis 4.200m. Dadurch ist ein Mindestmaß an Höhenadaption (2-3 Tage in einer Höhe von 3.500+ m) notwendig. Ist zum Beispiel Cusco das erste Reiseziel des Urlaubs über 3.000m Höhe, so empfehle ich, die Sacred Valley Tour und einen Besuch der stadtnahen Ruinen wie Sacsaywamán oder Q'enqo zeitlich vor den Inka-Trail zu legen. Ein guter Fitnesstest ist der Fußweg vom Plaza de Armas in Cusco hinauf zur Inkafestung Sacsaywamán. Hat man dabei größere konditionelle Probleme oder gar starke Kopfschmerzen, sollte man sich noch einen zusätzlichen Tag akklimatisieren.

Höhenprofil
Höhenprofil des Inka-Trails ab Km82

Technisch gesehen stellt der Trail keine besonderen Anforderungen, jedoch sollte man bei den Abstiegen über das lose Gestein und den bis zu einem Meter hohen Felsstufen gerade bei feuchter Witterung aufpassen. Verstauchungen oder Bänderdehnungen können Dir den ganzen Spaß verderben, passieren aber immer wieder. Auch ein etwaiger Abtransport eines nicht mehr "Gehfähigen" wäre aufgrund der Abgeschiedenheit des Trails ein heikles (und mitunter teures) Thema.

Ausrüstung

Auf den organisierten Touren braucht man sich wegen der Ausrüstung nicht viele Gedanken machen. Zelt und Verpflegung werden gestellt, Schlafsack, Isomatte oder Regenkleidung können für ein paar Soles ausgeliehen werden.
Unentbehrlicher Begleiter während des Trails war für mich mein Trekkingstock. Er sorgte gerade bei den vielen Abstiegen über die Inka- Felstreppen für zusätzlichen Halt und ist eine willkommene Entlastung für die (eh schon strapazierten) Kniegelenke. Hat man keinen eigenen mit, so kann man sich welche in Cusco leihen.
Auch sollte man einen guten und warmen Schlafsack mitnehmen, da die Nächte in den Camps recht kalt werden können. Im Camp 2 bei Runquracay sind Minusgrade keine Seltenheit.
Wichtig sind weiterhin Wasserdesinfektionstabletten (z.B. Micropur), eine Taschenlampe oder noch besser Stirnlampe, sowie festes Schuhwerk. Auch meine mitgenommene, lange Skiunterwäsche war in den kalten Nächten Gold wert.

Blick zurück auf Veronica (5750m)
Blick zurück auf den schneebedeckten Gipfel der Veronica (5750m)

Tour Operator und Kosten

Die Frage, ob man den Inkatrail individuell läuft, oder an einer geführten Tour teilnimmt, hat sich seit Januar 2001 erübrigt (siehe hierzu auch weiter unten!). Man kann nunmehr nur noch bei einer von lizenzierten Agenturen durchgeführten Trekkingtour teilnehmen.
Solche Agenturen gibt es in Cusco einige. Die Kosten für die viertägige Tour liegen so um die 100 US$, jedoch sollte man sich bei den Billiganbietern genau aufzählen lassen, was im Preis enthalten ist. Grundsätzlich würde ich aber von den günstigsten Angeboten abraten, da dies oftmals zu Lasten der eh schon unterbezahlten Träger geht. Sie müssen nämlich bei den Billiganbietern entweder mehr Gewicht tragen oder bekommen weniger Lohn.
Und sind wir doch mal ehrlich, ob man für die Viertagestour inclusive Vollpension und aller Eintritte 100 oder 120 US$ hinblättert, davon wird wohl keiner arm werden.
Ich buchte die Tour bei der mehrfach empfohlenen SAS Travel Agentur, die zwar zu den teuersten Anbietern gehörte, aber wirklich ihr Geld wert waren. Das Büro befindet sich direkt an der Plaza de Armas:
SAS Travel
Portal de Panes 143, Cusco
fax. 51-84-237292
http://www.sastravelperu.com/english/inkatrail.html

Neuregelungen für den Inkatrail seit Januar 2001

Das Paket an Beschränkungen wurde am 1.Januar 2001 durch die Peruanische Regierung in Kraft gesetzt. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Neuregelungen:
Alles in allem zweifellos einschneidende Änderungen, aber meiner Meinung nach längst überfällig! In der Hauptsaison glich der Inkatrail in den letzten Jahren wohl eher einer Volkswanderung.


Kondor


Okay, Wanderschuhe anziehen und los geht's! Auf der nächsten Seite starten wir vom Trailhead Km82 bei Chilca.


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