Der Inka- Trail nach Machu Picchu

Startpunkt nahe der Ortschaft Chilca
Der Trailhead nahe der Ortschaft Chilca


1. Tag : Trailhead Km82 bis Wayllabamba

Nach einer dreistündigen Busfahrt kamen wir, d.h. 13 bunt zusammengewürfelte Wandersleut', unser Guide Hilbert, der Koch Mario und weitere 4 Träger, am Startpunkt nahe der Ortschaft Chilca an. Während der Fahrt hatten wir uns erst einmal alle untereinander bekanntgemacht: "Where do you come from?", "How long do you stay in Peru?", etc. Typischer Small Talk eben. Es war ein lustiger, internationaler Haufen bestehend aus 2 Kiwis, 2 Aussies, 2 Irish ladies, einem holländisches Pärchen (mit dem ich später noch den Vulkan El Misti besteigen sollte), 4 USA'ler und meiner Wenigkeit (der die deutsche Fahne hochhielt).
Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt hatten und die restliche Ausrüstung wie Zelte, Verpflegung, etc. auf die Träger verteilt wurde, ging's endlich los. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Trailhead Km82 an der Bahnlinie von Cusco nach Aguas Calientes. Hier mußten wir den Eintritt in den Nationalpark Machu Picchu bezahlen, umgerechnet ca. 40 DM, der aber bei den organisierten Touren bereits im Preis enthalten ist.
Kurz hinter dem Trailhead führt eine Brücke über den Urubamba- Fluß. Der Trail folgt nun für eine Stunde dem Urubambatal, von wo aus man immer wieder einen tollen Blick auf den schneebedeckten Gipfel der Veronica (5750m) hat. Auf der anderen Uferseite schlängelt sich die Bahnlinie nach Aguas Calientes durch das Tal.

Die Inkaruinen von Llactapata
Blick auf die Ruinen von Llactapata mit ihren Inkaterrassen

Nach 5 Kilometern erreichten wir die Ruinen von Llactapata. Hier trafen wir auch auf den Trail des Startpunktes Km88. Nach einer weiteren Stunde Wandern machten wir erst einmal Mittagspause. Die Porter waren uns (wie immer) weit vorausgeeilt und hatten bereits das Essenszelt (kein Witz!) aufgestellt. Koch Mario begrüßte uns mit heißem Mate de Coca. Das Essen war auch schon beinahe fertig. Mario kochte ein leckeres Reisgericht mit einer schmackhaften Suppe vorneweg. Während der 3 Tage sollte er es immer wieder verstehen, aus den wenigen, ihm zur Verfügung stehenden Zutaten ein tolles und abwechslungsreiches Menue zu zaubern.
Frisch gestärkt ging es dann nach kurzer Zeit weiter. Wir querten den Rio Cusichaca und folgten seinem Tal bergauf in Richtung Wayllabamba. Das Dorf liegt auf knapp 2800 Meter Höhe und ist die letzte Siedlung entlang des Trails bis Machu Picchu. Hier kann man noch einmal Getränke kaufen, die aber (natürlich) einige Soles teurer sind als in Cusco. Dennoch deckten wir uns erst einmal mit einigen Flaschen Cusqueña- Bier für unseren ersten Abend ein. Während viele Gruppen ihre Zelte in unmittelbarer Nähe der Ortschaft aufschlugen, hatten unsere vorausgeeilten Träger einen schönen, abgelegenen Campingground oberhalb Wayllabamba ergattert. Hierfür mußten wir noch eine halbe Stunde den nun steil ansteigenden Trail folgen, was uns schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf den zweiten Tag geben sollte...


Menschliche Lastesel: Träger auf dem Inkatrail

Eine Auflage der Parkverwaltung verbietet das Deponieren von Ausrüstung wie Zelte, Kocher, Verpflegung etc. entlang des Inkatrails. Dies hat zur Folge, daß das gesamte Equipment bei jeder Tour mitgeschleppt werden muß. Da kommen bei einer 4- Tagestour locker mal 100 Kilogramm an Verpflegung und Ausrüstung zusammen.
Für deren Transport heuern sich die Agenturen Porters an, die Sherpas der Anden. Diese sind überwiegend Bauern aus der Umgebung, die sich ein paar Soles extra verdienen wollen.

Träger auf dem Weg zum Warmiwanusca- Pass
Neben dem Koch am wichtigsten: Die Träger

Für einen Tageslohn von gerade mal 20 Soles (ca.7 US$) schleppen sie dann im Schnitt 30 Kilogramm an Ausrüstung bis nach Machu Picchu, härteste Knochenarbeit!
Man ist immer wieder zutiefst beeindruckt, wenn sie beim Abstieg von einem Pass mit ihren uralten Gummisandalen und der, mit einem Seil auf den Rücken gezurrten Ausrüstung an einem vorbeijoggen. Da kommt man sich mit seiner Hightech- Trekkingausrüstung schon etwas albern vor. Doch nicht genug damit, daß sie schwer tragen müssen, die Träger sind auch immer in Zeitnot. Damit die bezahlenden Touristen auch pünktlich ihre Mahlzeiten einnehmen können und abends die Zelte bei Ankunft bereits aufgebaut sind, müssen die Porters immer einige Stunden vorneweg hetzen.
Spätestens beim Aufstieg zum Dead Woman's Pass möchte man den klatschnaß geschwitzen Trägern am liebsten etwas Gewicht abnehmen. Man hat aber leider mit seinem (im Vergleich dazu läppischen) 15 Kilo- Rucksack selbst schon genug zu kämpfen.
Die Träger waren für mich auch mitentscheidend für die Wahl eines renommierten Veranstalters, denn die günstigsten Tourangebote gehen oftmals zu Lasten der eh schon gestreßten Porter. An ihnen werden dann meistens die fehlenden Soles wieder eingespart, indem sie entweder mehr Gewicht tragen müssen oder weniger Lohn bekommen.

Kondor


Auf der nächsten Seite überqueren wir den "Paß der toten Frau", mit 4200m höchster Punkt des Inka Trails.


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