Der Inka- Trail nach Machu Picchu

Aufstieg zum Dead Woman's Pass
Aufstieg zum Paso Warmiwanusca (Dead Woman's Pass)


2. Tag : Wayllabamba - Dead Woman's Pass - Runquracay

Nach einer kühlen und kurzen Nacht wurden wir um 5:30 Uhr mit einer Tasse heißem Coca- Tee geweckt. Die "Katzenwäsche" war schnell erledigt und schon bald nach dem Frühstück machten wir uns auf die Socken. Es galt den mit 4.200m höchsten Punkt des Trails zu erklimmen, den Abra Warmiwanusca, oder Dead Woman's Pass (hoffe mal, daß der Name keinen aktuellen Anlaß hatte).
Der Trail stieg nun steil an. Jeder ging mittlerweile sein eigenes Tempo: Manche, wie zum Beispiel die beiden Kiwis Marc und Matt marschierten recht zügig, machten aber dafür häufiger Pause, andere, wie auch ich, bevorzugten ein langsameres, aber gleichmäßiges Tempo. Das Atmen fiel nun spürbar schwerer. Blickte man bergauf, konnte man zwar den Pass, und als Kratzer im Berg den Trail ausmachen, beide schienen aber endlos weit entfernt. Nach 3 anstrengenden Stunden hatten wir dann aber endlich den Pass erreicht. Das schlimmste war nun hinter uns - so dachten wir...

Gruppenfoto auf 4.200m Höhe
Geschafft! Gruppenfoto auf 4.200m Höhe

Der Abstieg hatte es nämlich mächtig in sich! Über 600 Höhenmeter ging es von nun an über steile Felsstufen hinunter ins Pacaymayo- Tal. Schon nach kurzer Zeit meldeten sich meine eh' schon strapazierten Kniegelenke zurück und spätestens nach einer Stunde war dann Schluß mit lustig. Mein Trekkingstock war beim Abstieg wirklich Gold wert und verhinderte wahrscheinlich Schlimmeres.
Kaum waren wir im Tal angekommen, führte der Trail auch schon wieder steil bergauf in Richtung Runquracay- Ruinen. Nach einer Stunde erreichten wir die Reste dieses ehemaligen Inka- Versorgungslager. Von hier aus hatte man einen tollen Blick zurück bis zum Dead Woman's Pass.
Nach einer kurzen Führung unseres Guides durch die Ruinen (die wir aber mehr zum Relaxen nutzten) war es noch eine knappe Stunde bis zum Camp 2 auf 3.800m Höhe, kurz unterhalb des Abre Runquracay.

Zeltlager am Runquracay- Pass
Camp 2 (3.800m) am Runquracay- Pass

Der Campingplatz lag malerisch oberhalb eines kleinen Sees. Schon beim Abendessen wurde es hier richtig schattig, und so verkrochen wir uns bald darauf in unsere Zelte. Es sollte die kälteste Nacht des Trails werden. Mein von der Agentur geliehener Schlafsack war nicht sonderlich warm - eine bessere Pferdedecke, und deshalb zog ich so ziemlich alles an, was ich an Kleidung dabei hatte (und das war nicht wenig!). Hinzu kamen noch leichte Kopfschmerzen aufgrund der ungewohnten Höhe. So wurde die Nacht alles andere als kuschelig, aber irgendwann war auch sie vorbei...

3. Tag : Runquracay - Sayacmarca - Winaywayna

Wir wurden um 6 Uhr geweckt um den Sonnenaufgang miterleben zu können, jedoch machten uns dicke Nebelschwaden einen Strich durch die Rechnung. Nachts hatte es geregnet. Nach einigen Tassen Mate de Coca und einem halbgefrorenen Brötchen brachen wir auf. Ich fühlte mich nicht so toll, hatte leichtes Fieber und keinen rechten Appetit. Mit 2 eingeworfenen Aspirin machte ich mich auf den Weg.
Der Runquracay- Pass (3860m) war schnell erreicht. Von da an ging es über teilweise halsbrecherische Felsstufen hinunter zur Inkafestung Sayacmarka. Der Zugang zur Anlage erfolgte über eine schmale, fast senkrecht ansteigende Felstreppe, die nach der Besichtigung auch wieder hinuntergeklettert werden mußte. Der Pfad stieg nun wieder an und führte dabei durch einen wunderschönen, mit Farnen behangenen Regenwald. Nach einer endlosen Stunde hatten wir schließlich den Abre Phuyupatamarka in 3.600m Höhe erreicht. Wir spürten nun die Anstrengungen der vergangenen beiden Tage. Das Laufen fiel uns sichtlich schwerer, die Pausen wurden häufiger und länger.
Kurz hinter dem Pass kamen wir an den Ruinen von Phuyupatamarka vorbei, einer schönen Inka- Tempelanlage. Die Vegetation hatte sich nun grundlegend geändert: Anstelle der Gras- und Buschlandschaft des ersten Tages war nun ein dichter, bis an die Gipfel der umliegenden Berge reichender Regenwald getreten.

Küchenchefs
VIP's: "Küchenchef" Mario (in der Mitte) und unsere Träger

Der endlose Abstieg nach Winaywayna (2700m) wurde noch einmal eine Strapaze für die Gelenke, doch die Vorfreude auf unsere erste Dusche seit drei Tagen (und noch dazu Warmwasser!) ließ uns auch das vergessen.
Gegen 15 Uhr erreichten wir das 3. Camp. Hier gab es neben einem Restaurant, Münzduschen sowie Toiletten mit Spülung, auch ein Hostal. Der relativ kleine Campingplatz war bereits hoffnugslos überfüllt und so reihte sich ein Zelt neben dem anderen.
Nach einer ausgiebigen Dusche und einem tollen Abschiedsessen unseres Kochs Mario legten wir uns zeitig ab. Am nächsten Morgen sollten wir endlich unser großes Ziel erreichen: Machu Picchu...

Kondor


Auf der nächsten Seite erreichen wir das sagenumwobene Machu Picchu, die 'verlorene Stadt der Inkas'.


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