Die Besteigung des El Misti

Der Vulkan El Misti (5822m)
Majestätisch thront der Vulkan El Misti über Arequipa

Allgemeines

Der 5822 Meter hohe Vulkan El Misti ("Der Herr") ist der Hausberg Arequipas. Sein gleichmäßig geformter Kegel macht ihn zu einen der schönsten Vulkane Südamerikas. El Misti ist immer noch aktiv (sein letzter Ausbruch war im Jahr 1948). Schaut man vom Gipfel hinab in den Krater, so sieht man an manchen Stellen Rauchsäulen aufsteigen.
Der Vulkan spielte eine wichtige Rolle in vielen alten Peru- Kulturen und es existieren heute noch einige Inkaruinen im Gipfelbereich. Zudem fand man dort mehrere Mumien, was den El Misti auch für Archäologen interessant machte.
Der erste, durch Aufzeichnungen belegte Aufstieg war im Jahre 1848 durch R. Falb. Im Jahre 1901 ließ ein ansässiger Bischof auf dem Gipfel ein 10 Meter hohes Eisenkreuz errichten.

Vorbereitung

Die Besteigung des El Misti ist nicht technisch. Man benötigt nur in den Wintermonaten gelegentlich Steigeisen. Der Vulkan kann das ganze Jahr hindurch begangen werden, jedoch ist der Zeitraum Anfang Mai bis Ende August am besten.

Mirador Sol de Mayo
Der Aufstieg ist für fitte und ausreichend höhenakklimatisierte Trekker in zwei Tagen ohne weiteres zu schaffen, aber aufgrund der zu bewältigenden 2.500 Höhenmeter zweifellos "hard work". Das Hauptproblem stellt wohl die notwendige Höhenanpassung dar, da Arequipa und Umgebung mit einer Höhe von 2400m über Meeresspiegel dafür einfach zu niedrig ist. Peru- Reisende auf der klassischen Route Lima - Nasca - Arequipa - Titicaca - Cusco mit wenig Zeit kann ich die Besteigung nicht empfehlen, da die notwendige Höhenadaption nicht erreicht werden kann. Besser wäre es da (wie es auch ich gemacht habe), die Reiseroute einfach umzudrehen und von Lima aus über Cusco (und Titicaca) nach Arequipa zu gehen. Dadurch hat man zumindest schon einmal ein paar Tage auf 3.500m verbracht. Wandert man noch den Inkatrail nach Machu Picchu, so ist man eigentlich schon ausreichend akklimatisiert.

Auch ist es ratsam, wenn eine Fahrt von Arequipa aus in den Colca- Canyon geplant ist, diese vor die Besteigung zu legen, da hierbei Paßhöhen bis zu 4.800m erreicht werden und dies eine gute Möglichkeit ist, Höhenluft zu schnuppern. Beim obligatorischen Halt am höchsten Punkt sollte man die Gelegenheit nutzen und ein paar Meter laufen. Bricht man dabei ansatzlos zusammen, wäre es vielleicht besser, noch einmal über die Besteigungsabsicht nachzudenken :-) But seriously, es sollte einem dabei schon klar sein, daß man hier gerade einmal Basecamp- Niveau erreicht hat, also keinen falschen Ehrgeiz!



El Misti vom Flughafen aus gesehen
El Misti vom Flughafen aus gesehen

Organisation

Man kann die Besteigung des El Misti entweder auf eigene Faust durchziehen, oder sich über einen Tour Operator in Arequipa einen Guide anmieten. Ich empfehle letzteres, da in den vergangenen Jahren wiederholt von Überfällen auf Individualgeher zu hören war. Auch ist die Organisation einer Mitfahrmöglichkeit zum Trailhead und insbesondere zurück nach Arequipa nicht ganz einfach. Nichts desto trotz möchte ich Dich dadurch nicht entmutigen, den Vulkan auf eigene Faust zu besteigen, wenn Du damit liebäugelst! Es gibt wohl wenige vergleichbare Berge dieser Höhe, bei denen man so gut wie keine Routenkenntnis benötigt.
Agenturen, die geführte Touren zum El Misti anbieten, gibt es in Arequipa viele. Wir entschieden uns für Comfort Tours (Santa Catalina 109, email: Comfort-Tour@lettera.net). Im Pauschalpreis von US$150 waren Transport, Guide und Equipment enthalten. Das waren somit 50 Dollar pro Nase - ein fairer Preis, wie ich meine.


Fahrt zum Trailhead
Fahrt zum Startpunkt auf 3.300m

Ausrüstung

Alpine Ausrüstung wird nicht benötigt, jedoch sind festes Schuhwerk, warme Kleidung und ein guter Schlafsack unerläßlich. Zelt und Isomatte werden normalerweise gestellt. Weiterhin empfehle ich die Mitnahme eines Trekkingstocks, der vorallem beim (endlosen) Abstieg die Gelenke entlastet.
Da man am El Misti normalerweise nur im Gipfelbereich Schnee vorfindet, muß das gesamte Trink- und Kochwasser (ca. 5-7 Liter pro Person) mit ins Basecamp geschleppt werden. Achtung: Den Trinkvorrat nicht zu knapp bemessen, da der Flüssigkeitsverlust des Körpers aufgrund der trockenen Höhenluft größer ist, als man denkt!
Ansonsten empfehle ich noch die Mitnahme folgender Gimmicks:
Taschenlampe, Sonnenbrille und -schutz, Wollmütze, dicke Socken und Handschuhe. Auch ein paar Coramina Glucosa- Tabletten als Prophylaxe gegen die ersten Anzeichen der Höhenkrankheit sollte man mit einpacken. Man bekommt sie in jeder Apotheke (farmacia) in Arequipa.

Kondor


So, nun kann es losgehen! Auf der nächsten Seite starten wir vom Trailhead in 3.300m Höhe...



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