Die Besteigung des El Misti

Ready to go!
Ready to go!

Um 9 Uhr trafen wir uns mit unserem Guide Christian und einem Porter am Office der Comfort Tours. Wir, das waren Monique und Joris, zwei Globetrotter aus den Niederlanden, die ich bereits auf dem Inkatrail nach Machu Picchu kennenlernte, und meine Wenigkeit.
Nach dem Aufteilen und Verstauen der Ausrüstung fuhren wir mit einem alten Landcruiser in Richtung Trailhead los. Wir fühlten uns fit und waren deshalb guter Dinge. Der Weg führte vom Zentrum hinaus in die (trostlosen) Armenviertel im Norden Arequipas. Von dort ging es auf einer Dirt Road weiter in Richtung Trailhead. Der Zustand des Weges war alles andere als gut (4WD only!) und so kamen wir nur langsam voran. Nach eineinhalb Stunden hatten wir schließlich den Startpunkt in 3.300m Höhe erreicht. Wir verabschiedeten uns von unserem Fahrer, der uns am nächsten Tag wieder abholen wollte. Vom Absetzpunkt aus wurden mir zum ersten Mal die gewaltigen Dimensionen dieses riesigen Aschehaufens deutlich. Spätestens jetzt wurde mir endgültig klar: Das wird wohl kein Sonntagnachmittags- Spaziergang werden!

Höhenmesser
Natürlich hatte ich keine Kosten und Mühen gescheut und nur bestes Equipment dabei, wie zum Beispiel diesen ultramodernen Einweghöhenmesser (getarnt als Ültje Studentenfutter). Bei genauem Hinsehen kannst Du den Unterschied zu einer normalen Tüte erkennen: Diese hier ist aufgrund des niedrigen Luftdrucks kurz vor'm Platzen! Das Foto wurde in einer Höhe von ca. 4.300 Metern aufgenommen. Einige hundert Höhenmeter später verabschiedete sich die Verpackung mit einem lauten Knall.*grins*

Ein ausgetretener Pfad führte uns die ersten beiden Stunden durch eine Buschlandschaft. Der Untergrund war hart und der Weg nicht sonderlich steil, so daß wir gut vorankamen.
Dies änderte sich jedoch schlagartig, als wir die Vegetationsgrenze in 4.100m Höhe erreichten: Der harte Untergrund wich nun einem losen Lavageröll, was den Aufstieg sichtlich erschwerte. Vorallem in den steilen Passagen mußte man vier Schritte machen um drei voranzukommen.


Rast in 4.500m Höhe
Rast in 4.500m Höhe

Unterwegs begegneten wir drei Aussies mit ihrem Guide, die bereits auf dem Weg zurück waren. Kurzer Small Talk. Schienen alle recht happy zu sein. Auf meine Frage, wie es denn so gewesen sei, meinte der eine nur: "Pretty tough climb!". Na prima...
Nach nicht einmal fünf Stunden erreichten wir das Hauptcamp auf 4.500m Höhe. Es lag im ersten größeren Felsabschnitt und hatte Platz für mindestens 15 Zelte. Ein Österreicher und sein Guide bauten bereits ihr Zelt auf. Da wir uns noch relativ fit fühlten, wollten wir zum Refugio Monte Blanco - Camp auf 4.800m hochzusteigen, welches aber gerade mal Platz für 4 Zelte hat. Sollte also bereits eine Gruppe vor uns dorthin unterwegs sein, hätten wir Pech gehabt. Der Österreicher bestätigte uns aber, daß niemand vor uns aufgestiegen wäre, und so liefen wir nach einer ausgiebigen Rast weiter.

Kondor


Auf der nächsten Seite erreichen wir das Basecamp in 4.800m Höhe, genauso hoch wie der Gipfel des Montblanc!



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