Le Cascade du Chaudron



Mit der installierten Wasserleitung (eigentlich sind es ja zwei Stränge, jedoch ist die eine Leitung nur teilweise oberirdisch verlegt) wird die Ortschaft La Bretagne mit Trinkwasser versorgt. Freilich, während meines Besuchs am Ende der Trockenperiode machten viele Wasserfälle ihren Namen keine rechte Ehre. Auch von der Cascade du Chaudron plätscherte es eher idyllisch herunter. Sein wahres Gesicht zeigt der Wasserfall erst in der Regenzeit, wo eine Begehung des letzten Trailabschnitts bis zum Bassin zeitweise nicht mehr möglich ist.





Kurz vor dem Erreichen der Cascade erfordert der Trail noch einmal höchste Konzentration. Auf einer Länge von ca. 200 Metern wurde die Trasse in die hier nahezu senkrechte Felswand gehauen. Wäre ja nicht weiter schlimm, jedoch befindet man sich dabei in so luftiger Höhe, daß ein Ausrutscher fatal enden würde. Freundlicherweise haben die Leitungsbauer damals ein Eisengeländer installiert, jedoch ist dieses aufgrund von Steinschlag und Erdrutschen in einem so bedauernswerten Zustand, daß sich wohl nur ein Lebensmüder daran festhalten würde. Auch die Betoneinfassung hat den einen oder anderen Volltreffer abbekommen, und so muß man notgedrungen auf der Wasserleitung balancieren. Sicherlich nicht jedermanns Sache in gut 10 Metern Höhe! Ist zu hoffen, daß das ONF diesen Abschnitt bald ausbessert.



Ausgesetzte Passage kurz vor Erreichen des Wasserfalls

Nach diesem kleinen Nervenkitzel hat man es aber geschafft. Die letzten paar Meter bis zum Bassin sind kein Problem mehr. Lediglich bei der Überquerung des unter Wasser stehenden, rutschigen Wehrs sollte man noch einmal aufpassen.
Die Szenerie ist wirklich wunderschön. Am Beckenrand stehend, fühlt man sich wie inmitten eines riesigen Amphitheaters aus nahezu senkrechten, mehreren hundert Meter hohen Felswänden. 300 Meter über mir entspringt kaum mehr sichtbar der Wasserfall. Das Bassin ist tiefblau und kristallklar. An den Ufern schimmern die unter Wasser liegenden Felsen smaragdgrün bis bernsteinfarben.

Am Ziel
Sackgasse: Karsten am Fuße der 'Cascade du Chaudron'

Ich war an diesem Tag anscheinend der erste, und so konnte ich die Idylle in aller Ruhe genießen. Auf der rechten Seite des Bassins öffnete sich eine dunkle Felsengrotte. Dort machte ich erst einmal Rast, da es mittlerweile zu regnen angefangen hatte. Doch der Schauer war glücklicherweise nur von kurzer Dauer, und so konnte ich schon bald auf Erkundung gehen.


Die Wassertemperatur im Becken lud nicht gerade zu einem Bad ein, war aber eh nicht zu empfehlen, da immer wieder einmal ein Stein mit einem lauten "Plumps" im Becken versank. Der Fels war hier anscheinend recht brüchig. Dennoch, eine kleine Kneippkur ließ ich mir natürlich nicht entgehen, und so kühlte ich zumindest meine Füße ein wenig ab.
Im Bereich des Wasserfalls war die Felswand mit grünen Flechten und Moos bedeckt, was einen schönen Kontrast zum Blau des Wasserbeckens ergab. Insgesamt wirklich ein idyllischer und friedvoller Platz!

Durch das kristallklare Wasser schimmern die Felsen bernsteinfarben.



Réunions Palmspiders

Auf dem Rückweg hatte ich noch eine sonderbare Begegnung der musischen Art. Mehr dazu auf der nächsten Seite.


Zurück  Zurück zur Hauptseite  Nächste Seite



Copyright 1999-2002   Karsten Rau   Letzte Änderung: 20. November 2001