Sacred Valley

Der Markt von Pisac
Wochenmarkt in Pisac

Pisac

Das kleine Dorf liegt gute 30 Kilometer nordöstlich von Cusco. Die meiste Zeit zeigt sich Pisac dem Besucher als typisches, verschlafenes Andendorf.
Doch einmal in der Woche erwacht das Dorf aus seiner Lethargie: An jedem Sonntag strömen dutzende Marktfrauen, Händler und Bauern aus dem Umkreis auf den kleinen Marktplatz und bieten ihre Produkte zum Verkauf bzw. Tausch an. Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen die Plaza erleuchten, breiten die Indio-Frauen ihre Waren - in der Regel Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch oder Gewürze - auf dem Kopfsteinpflaster aus.


Schon bald darauf wird kräftig um den Preis gefeilscht, denn die Indios wollen ihre Einkäufe erledigen, bevor die Touristeninvasion einsetzt. So um 9 Uhr treffen dann die ersten der unzähligen Busse aus Cusco ein und schon bald ist der Marktplatz mit Touristen überschwemmt. Sie zieht es aber eher zu den vielen Ständen mit Souvenirs, Kunsthandwerk und Alpaca- Bekleidung als zum traditionellen Markt.

Daß diese Touri-Stände aber überwiegend von Händlern aus Cusco betrieben werden, die die Waren hier zu erhöhten Preisen anbieten, interessiert die wenigsten. Wer also unbedingt sein Geld los werden will, sollte seine Souvenirs hier einkaufen, allen anderen empfehle ich hierfür Cusco.


Markt von Pisac
Marktfrauen in ihrer typischen Tracht

Viel interessanter ist es, das bunte Treiben auf dem Marktplatz zu beobachten. Viele der Indios tragen ihre typischen, farbenfrohen Trachten samt gewagter Hutpracht. So manch ein Pariser Top- Designer könnte sich hier echt noch 'ne Scheibe abschneiden :-)
Ist man auf "Fotosafari" unterwegs und möchte man einige gute Portraits knipsen, wäre ein Tele mit großer Brennweite schon wichtig, denn die Locals lassen sich (wie überall in Peru) nur ungern oder nur gegen Bezahlung ablichten, wobei letztere Fotos auch nicht so toll sind, da das dann meistens die gestellten "Say Cheese"- Fotos werden. Viel interessanter ist es da schon, die Indios unbemerkt abzulichten.

Gewürzstand

Ich machte mir die Mühe und kämpfte mich durch die einzelnen Reihen des Indiomarktes. Hier wurde anscheined wirklich das komplette Sortiment peruanischer Anbauprodukte angeboten. Und so lief ich vorbei an exotisch duftenden Gewürzständen, Gemüsebergen und Obstpaletten. Auf einem Baumwollsack liegend glotzte mich ein großer Augapfel an. Er gehörte zu einem Ziegenkopf, der frisch abgetrennt zum Verkauf angeboten wurde. Der Marktfrau daneben schien die Enthauptung nicht im geringsten zu tangieren und so schlürfte sie weiter genüßlich an ihrer Suppe.

Über den gesamten Marktplatz verstreut findet man mehrere Garküchen, die Fleischspieße, Fisch, Mais oder Reisgerichte anbieten. Sie werden frisch zubereitet, sind sehr lecker und kosten nur ein paar Soles.
In den Seitengassen gibt es einige Bäckereien, die Fladenbrot in einem Lehmofen backen und noch heiß zum Verkauf anbieten. Schmeckt hervorragend!


Marktfrau

Wer noch ein paar Stunden Zeit hat, sollte sich unbedingt den Ruinekomplex oberhalb des Dorfes ansehen. Die beeindruckende Inkafestung ist absolut sehenswert. Man kann entweder vom Marktplatz in einer Stunde hochlaufen, oder nimmt an einer Bustour teil.

Abschließend noch ein Wort zur Sicherheit. Der Markt in Pisac ist aufgrund der vielen Touristen und dem großen Gedränge ein Paradies für Taschendiebe. Deshalb sollte man, wenn möglich einen Teil der Wertsachen im Bus verstauen. Die Busfahrer bleiben normalerweise am Parkplatz und bewachen ihre Busse.


Kondor


Auf der nächsten Seite fahren wir weiter zur Festungsanlage Ollantaytambo.


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