Nach einigen Tagen des Herumfahrens im Nationalpark bekommt man
ein Auge für die Touristenaufläufe, auf die man alle paar Kilometer trifft und deren Ursache.
Sind etwa an die 10 Autos daran beteiligt, wurden höchstwahrscheinlich Bisons
gesichtet. Ist der Stau größer und steigen mehrere Touristen aus, dann wird's
schon interessanter: Da kann man dann schon auf Rotwild, Rentiere oder gar Elche hoffen.
An meinem letzten Tag im Park kam ich allerdings zu einer Menschenansammlung,
die so groß war, daß ein Weiterfahren nicht mehr möglich war.
Die Leute ließen ihre Autos einfach mitten auf der Straße stehen,
und rannten nach hektischem Suchen der Fotoausrüstung in Richtung Stauanfang.
Als einer auch noch "Grizzly" rief, war's natürlich auch um mich geschehen,
und ich schnappte meine Kamera samt Tele und lief los.
Und tatsächlich! Auf einer kleinen Waldlichtung in nicht einmal 100 Metern
Entfernung standen zwei Grizzlys und ließen sich die Sonne auf ihren Pelz scheinen.
Der eine war ein mächtiger, in Ehren ergraute Bär, der sich durch die
vielen Menschen am Straßenrand nicht im Geringsten stören ließ.
Der zweite war jünger, aber auch scheuer, denn er hielt sich immer etwas im Hintergrund.
Mein Herz pochte: In Rufweite war eines der gefährlichsten Raubtiere Nordamerikas.
In nicht einmal 15 Minuten hatte ich bereits 2 Filme verknipst, und das wäre wohl auch so
weiter gegangen, wenn die Grizzlys nicht genug gehabt hätten und langsam
in Richtung Wald verschwanden.
Auf dem Rückweg zum Auto kamen mir Neuankömmlinge entgegengerannt, für die ich aber nur ein
mitleidsvolles Lächeln übrig hatte. Tja, wer zu spät kommt...
Nach vier erlebnisreichen Tagen im Yellowstone NP ritt ich auf meinem Mustang
(okay, war doch nur ein Ford Mustang Convertible) weiter gen Cody.