Brimstone Arch

Der Brimstone Arch ist aufgrund seiner abgeschiedenen Lage (noch) relativ unbekannt, was aber nicht heißen soll, daß er nicht einen Abstecher wert wäre. Das erste Mal sah ich ein Foto des Brimstone in Steve Allens Buch Canyoneering 3 (siehe Link unter Vorbereitungen), in dem der Felsbogen eher beiläufig in einem Bericht über eine Tour in den Upper Brimstone Gulch erwähnt wird. Anhand der (leider sehr groben) Beschreibung zeichnete ich mir seine ungefähre Lage in einer Topokarte ein, und nahm sie mit auf meine USA- Tour 2002, just in case... ;-)

Brimstone Arch, GSENM
Der Brimstone Arch

Tja, und als sich dann vorort herausstellte, daß meine geplante Tour durch den Peekaboo und Spooky Gulch sprichwörtlich ins Wasser fallen würde (der Wasserstand war während meines Aufenthalts im Nov.02 zu hoch für eine Begehung), nutzte ich kurzerhand die Gelegenheit, um mich auf die Suche nach den Brimstone Arch zu machen.
Es sollte eine schöne Kurztour durch die herrliche und nahezu unberührte Felslandschaft des Early Weed Bench werden. Unterwegs begegnete ich übrigens keine einzige Menschenseele...

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Der Brimstone Arch liegt im nördlichen GSENM im Bereich der Early Weed Bench bzw. des Cat Pasture. Die Zufahrt erfolgt via Hole in the Rock Road, welche 5 Meilen östlich der Ortschaft Escalante von der Highway 12 abzweigt. Die Dirt Road ist bei trockenen Bedingungen problemlos mit einem Pkw zu befahren.

Auf der Hole in the Rock Road fährt man nun 24 Meilen bis zu einem links der Strasse befindlichen Wasserbehälter (Cat Well). Kurz zuvor zweigt die ausgeschilderte Early Weed Bench Road nach Norden ab (Wegweiser: Early Weed Bench 6mi). Der Track wird nun um einiges rauher, und man benötigt schon zumindest ein Auto mit hoher Bodenfreiheit (HCV oder SUV). Mit einem "normalen" Miet-Pkw würde ich es nicht machen wollen (lass mich da aber gerne belehren *g*). Nach wenigen Metern muss man den Wash des Dry Fork Coyote Gulch queren, was nach Regenfällen durchaus Probleme bereiten könnte.

Übersichtskarte
Übersichtskarte

Nach viereinhalb ruppigen Meilen gabelt sich die Dirt Road. Hier folgt man dem Hauptweg nach rechts (siehe Kartenausschnitt ). Nach einer weiteren knappen Meile erkennt man links der Strasse mehrere Parkmöglichkeiten. Here we are! Der Early Weed Bench Trailhead. Wenn man möchte kann man noch ein paar hundert Meter weiter bis zum Ende der Dirt Road fahren, allerdings wird man dabei selbst mit einem 4WD mächtig durchgeschüttelt.

Brimstone Area Einzelner Baum unweit des Brimstone Arch

Der vielerorts sandige Trail führt durch eine für die Gegend typische Felslandschaft. Trotzdem ist er nicht so anstrengend, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Dies liegt vorallem daran, daß man unterwegs kaum größere Höhenunterschiede bewältigen muss. Einzig der kurze Aufstieg zum Trailhead strengt - vorallem in der Gluthitze des Sommers - etwas an.
Der Pfad folgt einem alten Track, der heute noch von Pferden und Rindern (vierbeinigen! *g*) genutzt wird. Er ist zwar vielerorts erkennbar, aber man sollte sich nicht zu sehr darauf verlassen. Im Gegenteil: Die Route zum Brimstone ist orientierungsmäßig keine einfache Tour, da markante Wegpunkte nahezu gänzlich fehlen. Die Mitnahme eines Ausschnitts aus dem USGS 7.5' Kartenwerk im Maßstab 1:24.000 samt Kompass ist da natürlich Pflicht. Die Wanderroute samt Trailhead, wie auch ein Großteil der Early Weed Bench Road ist mit dem Kartenblatt O37 111 E2 ("Egypt") abgedeckt. Ein kostenloser Download ist z.B. über www.topowest.com möglich (siehe Hinweise unter Vorbereitung).


Ganz fein raus sind natürlich all diejenigen, die zusätzlich noch einen GPS- Empfänger dabei haben, denn das erleichtert das Suchen des Felsbogens, wie auch die Orientierung während des Rückwegs doch ungemein. ;-) Die benötigten Koordinaten kann man sich relativ einfach aus der Topokarte abgreifen. Wer damit Probleme haben sollte, kann mir auch eine Email schreiben, und ich helfe ihm gerne weiter. Zwingend notwendig ist so ein GPS- Empfänger für diese Tour allerdings nicht! Wer die mitgeführte Topokarte nicht für ein Schnittmuster, und den Kompass nicht für einen Gameboy hält, sollte eigentlich keine Probleme haben, den Felsbogen, wie auch den Trailhead zu finden.
Die rot gestrichelte Linie auf der Detailkarte entspricht übrigens exakt meiner Wanderroute, da ich sie damals mit Hilfe des GPS- Empfängers aufzeichnete und nachträglich in meine Kartensoftware importierte. Betrachtet man sich den Verlauf der Höhenschichtlinien näher, kann man erkennen, daß die Route ungefähr der Abbruchkante des Upper Brimstone Gulch folgt. Diese ist zugleich der beste Orientierungspunkt während der gesamten Tour, denn solange man die Abbruchkante nicht aus den Augen verliert, kann man den Felsbogen eigentlich nicht verfehlen. Natürlich ist das aber nicht ganz so einfach, wie es vielleicht den Anschein hat, denn mehrere kleinere Seitencanyons kreuzen die direkte Route, so daß man gezwungen ist, diese zu umgehen.

Karsten @ Brimstone Arch
Karsten @ Brimstone Arch

Im Oktober 1996 spielte sich übrigens in einem der zahllosen Sidecanyons des Brimstone Gulch das "Worst Case Scenario" eines jeden Slot Canyon Begehers ab:

John Ey, ein 44 Jahre alter Fotograf aus Tuscon, Az. befand sich auf einem Canyoneering- Trip im Bereich des Cat Pasture, GSENM. Am 8.Oktober 1996 startete er zu einer Erkundungstour in den Upper Brimstone Gulch. Ey stieg über eine der vielen Felsspalten in den Slot Canyon ein, mit der Absicht diesen zu durchwandern. Doch schon nach kurzer Zeit musste er feststellen, daß dieser Nebencanyon in einer Sackgasse endete. Ey versuchte daraufhin in dem Labyrinth aus Felsspalten und Dead Ends einen anderen Ausgang zu finden, was ihm aber nicht gelang. Dabei stieg er immer weiter in den Canyon hinab, bis er schließlich - am Ende seiner Kräfte - in einer engen, 30 Meter tiefen Felsspalte gefangen war, unfähig sich aus eigener Kraft zu befreien. Da Ey nur eine Tagesration bestehend aus zwei Litern Wasser, zwei Sandwiches und zwei Müsliriegel dabei hatte, war diese bereits am Abend so gut wie aufgebraucht. Doch sein Albtraum hatte gerade erst begonnen, denn es sollte noch endlose 7 Tage dauern, bis ein Spürhund den völlig dehydrierten, aber lebenden Ey entdeckte.

(Quelle: Associated Press vom 18.Okt.1996)

Blick vom Trailhead auf die Felslandschaft des Scorpion Flat
Unweit des Trailheads hat man einen tollen Ausblick auf
die Felslandschaft des Scorpion Flat.

Der Brimstone Arch befindet sich in luftiger Höhe direkt oberhalb eines dieser vielen Sidecanyons, allerdings ist hier ein Abstieg in den Gulch ohne technische Hilfsmittel nur schwierig möglich. Eine Besteigung des Felsbogens ist hingegen unproblematisch, jedoch aufgrund seiner Ausgesetztheit nicht unbedingt für jemanden mit ausgeprägter Höhenangst zu empfehlen.

Schlusswort

Die Wanderung zum Brimstone Gulch ist eine schöne und lohnende Halbtagestour zu einem selten besuchten Felsbogen. Ich möchte sie all denjenigen empfehlen, die sich mehrere Tage im Bereich der Hole in the Rock Road aufhalten, und die anderen Highlights, wie z.B. die beiden nahegelegenen Spooky und Peekaboo Gulches, bereits begangen haben, sich diese nicht zutrauen, oder aufgrund ihrer Leibesfülle dort nicht durchpassen. *gg*
Für alle "Arch Hunter" ist ein Besuch des Felsbogens natürlich Pflicht! ;-)



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Copyright 1999-2003   Karsten Rau   Letzte Änderung: 01. Mai 2003