Das einzige Gebiet, über das ich während der Vorbereitungen zu meiner USA- Tour 2002
rein gar nichts herausbekam, war die Location zu Fatalis Fotos
Celestial City
bzw.
Altar of Sacrifice.
Weder fand ich im Internet Bilder anderer Fotografen, geschweige denn irgendwelche brauchbaren Informationen über den Aufnahmeort.
Und so blieb mir wieder einmal nichts anderes übrig als die beiden Fotos auszudrucken und mitzunehmen,
in der Hoffnung, daß mir vielleicht irgend jemand vorort weiterhelfen kann (hatte ja schon einmal ein paar Jahre
zuvor bei der Suche nach der "Wave" geklappt! *g*).
Und so zeigte ich die Fotos allen möglichen Personen, mit denen ich im Laufe des Urlaubs
ins Gespräch kam, so nach dem Motto: "By the way, 2 U know this location?" ;-)
Natürlich fragte ich vorallem die Ranger in der Paria Contact Station, jedoch konnte
(oder wollte) mir auch hier niemand weiterhelfen.
Bei meinem dritten Besuch in den Coyote Buttes North begegnete ich am Wire Pass TH einen
der Volunteers des BLM, der sich dort auf seinen Kontrollgang vorbereitete. Ich war
an diesem Tag mit Anna unterwegs, einer netten Hikerin aus Utah, mit der ich die 4 Meilen vom Buckskin TH bis zum
Wire Pass zu Fuß zurückgelegt hatte. Der Coyote Wash war nämlich aufgrund
eines Gewitters ein paar Tage zuvor so sehr verschlammt, daß es selbst mit unseren Jeeps zu riskant
gewesen wäre, diesen zu queren. So entschlossen wir uns kurzerhand, die Autos stehen zu lassen, und
zu Fuß zum Wire Pass zu laufen.
Nach einigem Small Talk mit dem Volunteer zückte ich (wie immer) meine im
Rucksack verstauten Fatali- Fotos und hielt sie ihm unter die Nase. Tja, meine Überraschung war
wirklich groß, als er bereits nach einem kurzen Blick auf die Bilder ganz cool meinte, daß
er die Location natürlich kennen würde, er habe ja schließlich dort geheiratet. (!?!?!)
Da könnt ihr Euch ja sicherlich vorstellen, daß mir die Kinnlade vor lauter Sprachlosigkeit
bis auf Kniehöhe runterfiel! ;-) Die Überraschung war mir anscheinend aber wirklich ins Gesicht geschrieben,
denn auch Anna amüsierte sich köstlich über meine Reaktion. ;-)
Er erzählte uns, daß er vor zwei Jahren dort seine Frau geheiratet hatte, weil dies schon immer
einer seiner Lieblingsplätze in den Coyote Buttes war.
Der Volunteer erklärte mir schließlich die Zufahrt zum Cottonwood Cove TH, und erzählte mir noch,
daß ich in der westlich gelegenen Cottonwood Spring suchen sollte. Daß es dennoch fast einen ganzen Tag
benötigte, bis ich endlich die Location gefunden hatte, war im Nachhinein betrachtet kein Wunder,
denn das Cottonwood- Gebiet ist nunmal nicht gerade klein, und noch dazu ist der Altar of Sacrifice
gut versteckt und deshalb aus der Ferne nur äußerst schwer auszumachen.
Bereits am nächsten Tag war ich wieder an der Paria Ranger Station und besorgte mir ein Permit für den
darauffolgenden Tag.
Die Suche gestaltete sich wirklich schwierig. Obwohl ich nach einigen Stunden bereits viele Highlights der
Cottonwood Cove entdeckte, die alleine schon den Besuch rechtfertigten, ließ sich der
Altar nicht ausfindig machen. Und so dehnte ich meine Suche immer weiter aus, in der Hand die
Fatali- Fotos, um vielleicht anhand der Umgebung Ähnlichkeiten zu entdecken.
Und so war es schließlich auch nicht der Altar selbst, den ich als erstes erkannte, sondern
die beiden "Zwillings-Pfannkuchen" dahinter. War im Nachhinein betrachtet auch kein Wunder, denn leider
stellte sich bald heraus, daß der obere, filigrane Teil des Felsturms mittlerweile in sich zusammengebrochen war,
und man deshalb schon zweimal hinschauen mußte, um ihn zu erkennen.
Das war natürlich jammerschade, wobei die Enttäuschung schon bald einer inneren Zufriedenheit wich, ihn
nun doch endlich gefunden zu haben. ;-) Denn trotz der teilweisen Zerstörung war dies immer noch
ein wunderschöner Ort. Und so setzte ich mich erst einmal 10 Minuten ab und ließ
mit einem zufriedenen Lächeln die friedvolle Stimmung auf mich wirken.
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Ich erkannte als verkannter "Starfotograf" *gg* natürlich sofort, daß es sich beim 'Altar of Sacrifice'
um eine Sunrise- Location handelte, denn im Licht des späten Nachmittags lag der Felsturm komplett im
Schatten (siehe Foto!). So gesehen hätte ich für vernünftige Fotos eh noch einmal am frühen
Morgen herkommen müssen. Das Foto oben soll daher weniger als "fotografischer Leckerbissen",
sondern vielmehr als "Beweisfoto" zu verstehen sein. ;-)
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Cottonwood Teepees |
Sicherlich, ein Besuch setzt neben
guten Wetterbedingungen und entsprechender Ausrüstung wie z.B. einem Geländewagen,
auch ein klein wenig Abenteuerlust und Risikobereitschaft voraus, und vielleicht werdet ihr mich auch
ob meiner Empfehlung verfluchen, wenn ihr Euch zum wiederholten Male in einem Sandloch festgefahren habt,
aber das nehme ich gerne auf mich. ;-)
Mir jedenfalls haben die beiden Tage in den Coyote Buttes South ausgesprochen gut gefallen,
und ich denke auch heute noch gerne an die unendlich vielen Sehenswürdigkeiten und Eindrücke
zurück.
Wer mit dem Gedanken spielen sollte, eine Tour in die Coyote Buttes South zu unternehmen,
den unterstütze ich gerne bei auftretenden Fragen oder bei seiner Vorbereitung, sofern er ein
gültiges Permit besitzt. Schickt mir einfach eine Email mit einer Permit- Verification (Kopie des
Bestätigungsemails der BLM, Scan des Permits, etc.).
| Copyright 1999-2003 Karsten Rau | Letzte Änderung: 18. Januar 2003 |