Valley of the White Ghosts, Copyright

White Ghosts
Die "Wächter- Familie"

Fotografiertipps

Die White Ghosts sind eine typische Sunrise- Location, und so hat man die besten Bedingungen bereits kurz nach Sonnenaufgang, wenn die ersten Strahlen die Hoodoos in ein goldenes Licht tauchen.
Natürlich hatte auch ich mir vorgenommen, zumindest einmal zum Sonnenaufgang im Tal zu sein. Da ich für die Anfahrt aus Page mit ca. eineinhalb bis zwei Stunden rechnen musste, war meine ersten Nacht in Page zugleich auch die kürzeste. :-) Bereits um halb vier Uhr morgens machte ich mich auf den Weg. Die Frau an der Rezeption traute wohl ihren (verschlafenen) Augen nicht, als quasi mitten in der Nacht ein "blonder Jüngling" voll aufgerödelt mit Rucksack und Fotostativ in der Hand, Ihr einen guten Morgen wünschte! :-))


Ich kam zügig voran, denn komischerweise waren nahezu keine Autos unterwegs. :-)) Auch die Dirt Road ging ich aufgrund der Erkundung am Vortag um einiges gelassener an, und selbst die "Autofalle" war schnell lokalisiert und umfahren. Und so erreichte ich das Tal bereits eine gute viertel Stunde vor Sonnenaufgang, wodurch ich noch genug Zeit hatte, meine Kamera in aller Ruhe in Position zu bringen. Im spärlichen Licht der Morgendämmerung, gepaart mit der absoluten Stille, wirkten die Hoodoos fast schon gespenstisch und machten ihrem Namen wirklich alle Ehre. ;-)

Für Fotografen lohnt sich das frühe Aufstehen auf jeden Fall, denn obwohl auch die Fotos bei Tageslicht schon spektakulär sind, haben erst die, im Licht der ersten Sonnenstrahlen gold funkelnden Hoodoos das Zeug zu einem richtigen Knallerfoto . Hierzu vergleicht einfach mal das Foto rechts mit dem zweiten Bild auf der vorherigen Seite. Auch das zweite Foto auf der ersten Seite wurde übrigens kurz nach Sonnenaufgang gemacht.
Bei Tageslicht sollte man es tunlichst vermeiden, Motive, die in der Sonne liegen mit schattigen Bereichen zu kombinieren. Gerade durch den weißen Sandstein ist die Belichtungsautomatik dabei schnell überfordert. Auch hat sich gezeigt, daß es nicht unbedingt ratsam ist, hier einen Polfilter aufzuschrauben, wenn man beabsichtigt, den Himmel mit einzubeziehen. Durch den starken Kontrast zwischen dem hellen Fels und dem durch den Polfilter vestärkten Himmelsblau, erscheint dieser auf der späteren Entwicklung unnatürlich dunkel, ja fast schon schwarz.

White Ghosts
Versteinerte Wellen vor der dritten Hoodoogruppe

Schlusswort

Insgesamt war ich während meiner 2002er Tour dreimal im Tal der Gespenster, und ich möchte die dabei gewonnenen, vielfältigen Eindrücke wirklich nicht mehr missen. Dieses einzigartige Hoodoo- Gebiet ist wahrlich ein Landschaftsjuwel der Extraklasse, wenn auch leider ein äußerst verwundbares.
Der empfindliche Sandsteinboden bietet nicht nur dem Regen wenig Widerstand (wodurch die vielen fantastischen Brainrocks und "Geister" entstanden), auch das Umherlaufen richtet, egal wie sehr man aufpasst, garantiert Schaden an. Aus diesem Grund würde das Gebiet einen großen Besucheransturm wohl auf Dauer nicht schadlos überstehen.
Die White Ghosts schreien förmlich nach einer Permitregulierung, und tatsächlich wurden, so erzählte mir Laurent Martrès, bei den Verantwortlichen des zuständigen Bureau of Land Management (BLM) bereits erste Gespräche geführt.
Aus diesem Grunde verzichte ich hier auf eine ausführliche Wegbeschreibung, und verweise vielmehr auf Laurent Martrès Buch Photographing the Southwest, Volume 1: Southern Utah, wo der Weg bzw. die Zufahrt zu diesen Hoodoos (Laurent nennt sie "Towers of Silence") genau beschrieben wird.
Karsten Rau, Februar 03


Vom Regen ausgewaschene Brainrocks


Zurück  Zurück zur Hauptseite 



Copyright 1999-2003   Karsten Rau   Letzte Änderung: 10. März 2003